Nine Eagles Solo Pro II (V 2) - Erfahrungsbericht
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Zum Vergrößern, bitte Bilder anklicken. Das letzte Bild zeigt den Solo Pro mit seinen fluoreszierenden Teilen bei Nacht.
Technische Daten
- Rotordurchmesser: 190 mm
- Gesamtlänge: ca. 207 mm
- Abfluggewicht: 27 g
- Ladezeit: ca. 30 min
- Flugdauer: ca. 7 min
- Frequenz: 2,4 GHz
Lieferumfang
- Fertig montierter und eingeflogener RC Helikopter "Solo Pro"
- 5 in 1 Empfänger
- 3,7 V 120 mAh LiPo Akku
- Fernbedienung 4-Kanal inkl. Ladefunktion
- 4 AA Batterien
- Schraubendreher
- Ausführliche Anleitung
Erfahrungsbericht
Nachdem wir bereits schon den 4-Kanal-Koaxheli "Solo" von Nine Eagles getestet haben, welcher sehr gut abgeschnitten hat, liegt es natürlich nahe, dass wir jetzt auch noch den großen Bruder, den 4-Kanal Fixed Pitch Heli "Solo Pro II" getestet haben.
Die Verpackung des Solo Pro II ist in der Form eines Koffers aus Karton gestaltet, welcher eine Styroporbox mit Aussparungen für alle Einzelteile enthält. Neben dem Heli und dem 2,4 GHz-Sender enthält das Set 4 1,5V AA-Batterien für den Sender, einen 3,7V-Lipo-Akku (120 mAh) für den Heli, einen kleinen Kreuzschlitzschraubendreher und eine ausführliche Bedienungsanleitung (leider nur auf Englisch), in welcher auch alle Ersatzteile aufgelistet sind. Die Anleitung steht auch hier auf der Nine Eagles-Website zum Download bereit. Ersatzteile wie z.B. Ersatzrotorblätter o.ä. sind nicht enthalten. Schon beim Auspacken fiel auf, warum es sich bei dem Nine Eagles Solo Pro mit 27 Gramm um solch ein Leichtgewicht und einen der leichtesten 4-Kanal Fixed Pitch Helis auf dem Markt handelt. Denn der Solo Pro ist, wie auch der "Solo", ganz nach Smarts Motto "Reduce to the max" aufgebaut, man hat sich bei der Konstruktion also auf das Wesentliche beschränkt und das ist auch gut so. Wie oben auf den Bildern zu sehen, ist der Kleine sehr einfach aber durchdacht aufgebaut und besteht fast ausschließlich aus Kunststoff. Vom Design her wirkt er sehr "schnittig". Durch seine geringe Masse und die verwendeten elastischen Kunststoffe richtet er zum einen keine oder nur geringe Schäden beim Zusammenstoß mit Einrichtungsgegenständen an, zum anderen ist er dadurch selbst bei Abstürzen sehr robust. Die Rotorwelle und der Heckausleger sind aus Carbon gefertigt. Die Rotorwelle ist übrigens gerade eingebaut und nicht wie beim E-flite Blade mSR nach rechts geneigt (einen Vergleich zum Blade mSR findet Ihr hier). Dafür sorgt das auf der linken Seite etwas erhöhte Landegestell des Solo Pro II (siehe Bild) dafür, dass er etwas schräg steht. Dadurch soll erreicht werden, dass der Kleine beim Start nicht gleich nach links abdriftet.
Die beiden Rotorblätter sind miteinander verschraubt und klappen nicht ein, dies sorgt dafür, dass sie immer perfekt ausgerichtet sind, was den Flugeigenschaften positiv entgegenkommt. Der Rotorkopf mit obenliegender Stabilisatorstange (mit Gewichten, ohne Paddel) ist nach dem System "Bell" aufgebaut.
Beim Blick unter die Haube, welche sich sehr einfach entfernen und wieder befestigen lässt, fällt der Blick auf die "5in1-Unit", auf welcher beim Solo Pro II auch noch die beiden Servos zur Ansteuerung der Taumelscheibe angebracht sind. Der Antriebsmotor sitzt zwischen der 5in1-Unit und der Hauptrotorwelle. Der Heckrotor wird über einen kleinen Motor angetrieben. Einen Schalter sucht man beim Nine Eagles Solo vergebens, er wird durch Einschieben des Akkus "eingeschaltet".
Das Laden des Akkus erfolgt über den Sender über ein Fach auf der Rückseite und dauert ca. 30 Minuten. Dies hat zum Vorteil, dass kein zusätzliches Ladegerät benötigt wird. Nach ca. 10 Ladungen benötigt der Sender aber wieder neue Batterien, daher wäre ein externes Ladegerät sicherlich nicht schlecht... Der Sender ist übrigens etwas besonderes. Zum einen ist man dank der 2,4 GHz-Technik störungsfrei unterwegs, auch im Freien, zum anderen kann er sehr leicht von Mode 2 zu Mode 1 umgerüstet werden. Hierfür müssen nur 2 Schrauben auf der Rückseite gelöst werden, damit man die Antenne umklappen kann - genial! Daher ist er auch symmetrisch gestaltet, liegt aber trotzdem recht gut in der Hand. Im Display zwischen den Knüppeln wird der jeweilig aktive Mode angezeigt. Das Display zeigt folgendes an: Batteriezustand, Mode, Flugzustand (zahm/wendig), Trimmung aller Kanäle und Ausschlag des Gasknüppels. Erfreulicherweise können die Batterien des Senders auch ohne Schraubendreher gewechselt werden. Die Knüppelaggregate machen einen sehr guten Eindruck und arbeiten sehr präzise. Durch 3-maliges Drücken eines Knopfes auf der Rückseite gelangt man in den Setup-Modus, in welchem man Gyroempfindlichkeit, Subtrim und Servowege einstellen kann. Wie das funktioniert erfahrt Ihr hier.
Nun aber zum Wichtigsten, dem Flugverhalten: Zum Erstflug wurde der Solo Pro II in einem relativ kleinen Zimmer direkt vom Boden aus gestartet. Es wurde zügig Gas gegeben und der Solo Pro II hob ab. Allerdings nicht senkrecht nach oben, sondern schräg nach links nach hinten. Also war starkes Gegenlenken nach rechts vorne angesagt. Außerhalb des Bodeneffekts stand er dann aber wie eine "Eins" in der Luft, allerdings recht schräg. Dies liegt daran, dass der seitliche Schub des Heckrotors ausgeglichen werden muss und ist gerade bei den kleinen Helis sehr ausgeprägt und total normal! Die Kombination Gyro/Heckmotor funktioniert erstklassig, so ist weder ein Zucken während des Schwebeflugs noch ein Wegdrehen des Hecks bei Drehmomentänderungen zu sehen. Der Erstflug wurde übrigens gleich im "Advanced"-Modus und Anlenkung über die "langen" Kugelköpfe an der Taumelscheibe durchgeführt;-). Von der Trimmung her passte aus der Schachtel heraus alles. Also konnte gleich richtig losgelegt werden. Auch das Fliegen von Kreisen gelang von Anfang an bestens, und zwar in beide Richtungen, wenngleich der Solo Pro II aufgrund seiner Konstruktionsweise natürlich lieber Kreise im Uhrzeigersinn fliegt. Bei engen Kreisen im Uhrzeigersinn hängt der Kleine so richtig in der Kurve, was wirklich super aussieht (siehe 2. Video)! Auch Rückwärtskreise lassen sich sehr sauber steuern, allerdings muss man hierbei gewaltig aufpassen, da der Solo Pro II gerade im Rückwärtsflug sehr schnell werden kann, sodass das Wohnzimmer schnell zu klein wird. Bei den Pirouetten macht der Solo Pro dagegen nicht so eine gute Figur. Zum einen ist die "Giergeschwindigkeit" relativ niedrig, zum anderen driftet er bei den Pirouetten ganz schön, sodass kräftig gegengesteuert werden muss. Bei Pirouetten nach links driftet er nach hinten, bei Pirouetten nach rechts nach vorne. Dies hängt damit zusammen, dass der Solo Pro II etwas kopflastig ist und sich der nach vornen verlagerte Schwerpunkt bei solchen Manövern negativ auswirkt. Sobald man aber mit dieser Eigenheit vertraut ist, stellt dieser Effekt aber kein Problem mehr dar. Schon während des Erstflugs fiel das neutrale Flugverhalten auf, was uns sehr gut gefallen hat. Denn der Solo Pro II neigt nicht dazu, wie z.B. einige andere Helis derselben Klasse, sich aufzubäumen, zu kreiseln oder zu pendeln. Es kommt also nicht das Gefühl auf, er wäre an einem unsichtbaren Faden aufgehängt. Diese Eigenschaft wirkt sich positiv auf das Fliegen von "schwierigeren" Manövern aus, geht aber ein bisschen auf Kosten der Schwebestabilität. Nach ca. 7 Minuten Flugzeit war der Erstflug dann erfolgreich und ohne Crash beendet.
Beim zweiten Flug wurde der Solo Pro II dann aus der Hand gestartet, dabei fiel auf, dass sich beim ersten Gas geben, die Taumelscheibe nach rechts vorne neigt. Mit diesem geschickten "Trick" wird dem Abdriften beim Start entgegengewirkt. Nachdem wir uns beim Erstflug noch etwas zurückgehalten hatten, wurde der Solo Pro II beim zweiten Flug richtig "gequält". So standen auch Funnels auf dem Programm, welche jedoch überraschend gut gelangen (siehe 2. Video)! Allerdings schafften wir es, den Kleinen durch die extremen Manöver zum Absturz zu bringen... Was war passiert? Die Stabilisatorstange ist während des Fliegens in den Heckausleger gekracht, was natürlich in einem Absturz und in einer leicht verbogenen Stabilisatorstange endete. Nachdem die Stabilistorstange wieder gerade gebogen war, konnte es weiter gehen - ohne negative Auswirkungen auf die Flugeigenschaften! Auch nach vielen weiteren Flügen sind wir immer noch von den Flugeigenschaften des Solo Pro II begeistert!
Natürlich bleiben beim "Rocken" des Wohnzimmers Crashs nicht aus... Sowohl Landegestell, Chassis, Zahnräder als auch Rotorblätter verkraften dies aber sehr gut. Dies liegt v.a. an der geringen Masse und an den verwendeten Materialien bzw. an der durchdachten Konstruktion, wie z.B. an der Form des Landegestells zu sehen ist. Das, was sich verbiegen soll (z.B. Landegestell) ist aus elastischem Kunststoff gefertigt, das, was sich nicht verbiegen darf, z.B. die Rotorwelle, ist aus stabilem Carbon gerfertigt. Da der komplette Heli so robust ist, sehen wir keinen Nachteil darin, dass z.B. keine Ersatzrotorblätter beigefügt sind.
Fazit: Der Solo Pro II ist ein sehr guter Fixed Pitch-Microheli zu einem fairen Preis, der sowohl für Koax-Umsteiger, die den nächsten Schritt gehen möchten, als auch für erfahrenere Helipiloten geeignet ist. Helipiloten mit Collective Pitch-Erfahrung werden die neutralen Flugeigenschaften zu schätzen wissen. Für diese ist er ein kostengünstiges und robustes Trainingsmodell für den Winter und regnerische Tage.
Stärken
- Echtes RTF-Set, sogar die Batterien für den Sender sind enthalten. Man muss nur den Akku laden und kann dann gleich durchstarten.
- Gute und sehr ausführliche Bedienungsanleitung (englisch, aber mit vielen Bildern)
- Gute Ersatzteilverfügbarkeit
- Sehr gutes Flugverhalten: Agiler als ein Koax-Heli, aber trotzdem relativ stabil beim Schwebeflug
- Sehr crashresistent
- Es gibt viele Tuningteile (z.B. von xTreme)
- Auch als günstigere BNF (Bind and fly) Version ohne Sender erhältlich
- Die Kunststoff-Stabilisatorstange verbiegt sich nach einem Crash nicht so schnell wie bei anderen Modellen mit Metall-Stabilisatorstange
- Trotz des geringen Gewichts von nur 27g ist der Solo Pro II nicht so anfällig gegenüber Luftströmungen (Heizung, offenes Fenster)
- Dual Rate-Funktion: Hier können über die Fernbedienung die Steuerausschläge zwischen 2 Grundeinstellungen ("advanced" und "primary") der Heck- (Gier-), Nick- und Rollfunktion umgeschalten werden. "Advanced" = große Ausschläge (für Fortgeschrittene), "primary" = geringere Ausschläge (für Anfänger bzw. Koax-Umsteiger)
- Es gibt 2 unterschiedliche Anlenkungen an der Taumelscheibe, wodurch die Agilität des Solo Pro II beeinflusst werden kann
- Der Gyro hält das Heck bei schnellen Gaswechseln sehr gut
- Durch die blaue LED auf der Platine, wird die Haube von innen bleuchtet, weshalb sehr der Solo Pro II auch wunderbar bei dunklen Lichtverhältnissen steuern lässt
- Optional sind fluoreszierende Bauteile für Nachtflüge erhältlich
- Die Haube kann ohne "Gefummel" entfernt/befestigt werden
- Störungsfreie 2,4 GHz-Technik (auch im Freien)
- Sehr guter Sender, welcher in Mode 1 & 2 nutzbar ist
- Justierungsmöglichkeiten: Gyroempfindlichkeit, Subtrim & Servowege
Schwächen
- Relativ starkes Eigenleben, welches ausgesteuert werden muss (besonders beim Start)
- Schwacher Heckrotor, dadurch geringe "Pirouettiergeschwindigkeit"
- Bei extremen Flugmanövern kann die Paddelstange ins Heck einschlagen, was zum Absturz und einer verbogenen Passelstange führt (die aber wieder geradegebogen werden kann)
- Der Solo Pro II ist etwas kopflastig, d.h. bei Pirouetten muss ständig gegengesteuert werden
- Wünschenswert wäre ein im Set enthaltenes Ladegerät mit Netzanschluss
Xtreme Tuning
Wie Ihr den Solo Pro II tunen könnt, erfahrt Ihr hier.
Wo gibt's den Nine Eagles Solo Pro II (V 2)?
- Z.B. bei Helihausen für 84,89 € (Stand: 27. November 2011)
Sinnvolles Zubehör
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Nine Eagles Solo Pro Ladegerät |
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Xtreme Solo Pro LiPo 3,7 V 150 mAh 15 C |
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